Methoden – einen Raum optisch größer wirken zu lassen

Die effektivsten Methoden, um einen Raum optisch größer wirken zu lassen 

Eine Wohnung muss gleich mehreren Anforderungen gerecht werden. So ist sie nicht nur der Ort, an dem gegessen, geduscht und geschlafen wird, sondern sie dient auch als Oase der Ruhe, in die sich die Bewohner zurückziehen, um auszuruhen, abzuschalten und neue Kraft für den Alltag zu tanken.

Die Wohnung ist ein nicht-öffentlicher Raum, in dem die Bewohner unbeobachtet von der Außenwelt tun und alles können, was sie möchten. 

Gleichzeitig muss es in der Wohnung aber oft auch einen Raum geben, in dem die Bewohner ungestört arbeiten können, etwa wenn es um die Hausaufgaben, das Lernen für Schule und Beruf oder die Arbeit geht, die mit ins heimische Büro genommen wurde. Nun steht die absolute Traumwohnung jedoch nicht immer zur Verfügung und selbst wenn vielleicht eine großzügige Wohnung frei wäre, so ist Wohnraum teuer.

Aber es muss gar nicht immer unbedingt eine große Wohnung sein, denn auch kleine Räume können ausreichen, wenn sie geschickt genutzt werden. Mit den richtigen Tipps und Tricks lassen sich kleine Räume zudem so gestalten, dass sie optisch größer wirken.

Ein Großteil dieser Tricks basiert auf einfachen physikalischen Grundregeln, denn schließlich ist die Optik ja ein Teilbereich der Physik. Hinzu kommen ein paar Kniffe aus der Farben- und Formenlehre und damit ist das wichtigste Handwerkszeug, um einen Raum größer erscheinen zu lassen als er tatsächlich ist, auch schon komplett.

Hier also einige der effektivsten Methoden,
um einen Raum optisch größer wirken zu lassen,
in der Übersicht:
 

Die Türen und Fenster

Die Wände in einem Raum bilden die natürlichen Barrieren, legen also fest, wo ein Raum beginnt und wo er aufhört. Je kleiner ein Raum ist, desto schneller stößt das Auge auf diese Grenzen. Die beiden Elemente, die die Begrenzungen durchbrechen, sind die Türen und die Fenster. Eine offene Tür öffnet auch den Raum, macht es also möglich, in den Raum hinein- oder aus dem Raum herauszuschauen und den Raum zu betreten oder zu verlassen.

Ist die Tür zu, verschmilzt sie mit der Wand zu einer geschlossenen Begrenzung. Fenster ermöglichen ebenfalls, den Blick schweifen zu lassen, ohne dass das Auge sofort wieder von einer Wand ausgebremst wird. Außerdem fällt durch Fenster Licht hinein, was einen Raum ebenfalls größer wirken lässt, denn je dunkler ein Raum ist, desto beengter und kleiner erscheint er.

In kleinen Räumen sollten die Fenster daher möglichst frei bleiben, also nicht mit großen Pflanzen und schweren, blickdichten Vorhängen abgedeckt werden. Wer nicht auf den Sichtschutz verzichten möchte, sollte sich für helle, leichte Gardinen entscheiden, die Licht durchlassen und das Fenster optisch nicht verkleinern.

Ist ein Raum sehr klein und die Tür nicht unbedingt erforderlich, kann sie einfach ausgehängt werden. Dies bringt nebenbei den Pluspunkt mit sich, dass eine Tür, die sich nach innen öffnet, nicht auch noch zusätzlich Platz wegnimmt. Als Alternativen eignen sich Schwingtüren und Türen mit Scheiben. Beide sorgen dafür, dass der Blick nicht komplett ausgebremst wird, selbst wenn die Türen geschlossen sind.  

Die Farben

Jeder empfindet einen Raum anders. Während sich die einen in einem kleinen Raum eingeengt und unwohl fühlen, empfinden die anderen einen kleinen Raum als kuschelig und gemütlich. Deshalb gibt es auch keine allgemeingültigen und pauschalen Regeln dazu, welche Farben für einen kleinen Raum geeignet sind und welche nicht. Generell gilt aber, dass helle Farben empfehlenswerter sind, denn sie reflektieren das Licht besser und lassen einen Raum optisch größer wirken.

Allerdings heißt das nicht, dass die Decke, die Wände und die Türen unbedingt Weiß gestrichen werden müssen. Genauso ist möglich, einen kleinen Raum in einem hellen Grundton und zwei Abstufungen davon zu streichen, um den Augen so mehr Größe vorzutäuschen.

Ein schmaler Raum wiederum wirkt breiter, wenn für die langen Wände eine helle und für die kurzen Wände eine etwas dunklere Farbe verwendet wird. Ein kleiner, aber hoher Raum wirkt harmonischer, wenn die Wand nicht bis zur Decke gestrichen wird, sondern die Wand mit einem Streifen in der Deckenfarbe endet. Erker, Ecken und Fensternischen lassen sich optisch vergrößern, indem sie heller gestrichen werden als der übrige Raum.

Grundsätzlich verträgt aber auch ein kleiner Raum eine dunkle, kräftige Farbe oder eine auffällig gemusterte Tapete. Allerdings sollte es dann bei einer Wand bleiben, während die übrigen Wände und die Decken sehr hell und dezent gestaltet werden sollten.  

Das Licht

Licht spielt in einem Raum eine große Rolle. So wirkt ein heller Raum immer größer als ein dunkler Raum und zudem bestimmen Lichtkonzept und Leuchtmittel darüber, wie freundlich und warm ein Raum erscheint. Für kleine Räume empfehlen Einrichtungsexperten vielfach eine indirekte Beleuchtung, beispielsweise durch LED-Spots, die direkt in die Decke oder die Wände eingelassen sind, oder mithilfe von beleuchteten Möbeln in Kombination mit Steh- und Tischlampen.

Eine große, auffällige Designerlampe hingegen, die mitten im Raum von der Decke hängt, lenkt den Blick zu sehr auf sich und nimmt damit zu viel Platz in dem ohnehin schon kleinen Raum ein.

Mehrere Lichtquellen bieten zudem den Vorteil, dass so auch kleine Winkel und Ecken ausgeleuchtet werden können und es in dem Raum unterschiedliche Helligkeitsgrade gibt. Beides lässt ein Raum optisch größer wirken.   

Spiegel

Wenn es darum geht, einen Raum optisch größer wirken zu lassen, fällt nahezu immer das Wort Spiegel. Spiegel reflektieren die einfallenden Lichtstrahlen und täuschen dem Auge dabei vor, es würde in dem Spiegel einen zweiten Raum sehen.

In Wirklichkeit sieht das Auge aber keinen zweiten Raum, sondern lediglich ein Spiegelbild, also die identische Verdoppelung des vorhandenen Raums. Dabei ist für die optische Vergrößerung eines Raums nicht entscheidend, wie groß ein Spiegel ist, sondern wo und wie er platziert ist.

Wird ein Spiegel beispielsweise so aufgehängt, dass er helle Flächen wie eine weiße Wand, ein Fenster oder eine brennende Lampe spiegelt, wirkt der ganze Raum heller und größer. In einem schmalen Raum wiederum kann ein Spiegel dafür sorgen, dass das Zimmer breiter wirkt.   

Mehrere Ebenen

Ein sehr effektives Mittel, um einen Raum optisch größer wirken zu lassen, besteht darin, eine zweite Ebene zu schaffen. Anders als oft angenommen schluckt eine zweite Ebene weder zusätzlichen Platz noch lässt sie den ohnehin schon kleinen Raum noch kleiner und verschachtelter wirken.

Ganz im Gegenteil teilt die zweite Ebene den Raum optisch auf, wodurch er größer wirkt. So könnte beispielsweise der Arbeitsplatz eine Ebene bilden, während die Couch oder das Bett auf ein Podest gestellt werden. Durch diese Abstufung wirkt der Raum aber nicht nur größer, sondern durch ein entsprechend gebautes Podest entsteht gleichzeitig auch zusätzlicher Stauraum.

Eine zweite Ebene ergibt sich optisch aber auch dann, wenn beispielsweise das Sofa die gleiche Farbe hat wie der Fußboden.    

Der Stil

Generell wirken kleine Räume schnell überladen und voll gestellt, vor allem dann, wenn auch noch verschiedene Stile miteinander gemixt werden. Daher sollte in einem kleinen Raum zum einen die Anzahl an Möbeln und Dekorationen begrenzt sein.

Zum anderen sollten die Einrichtungsgegenstände irgendetwas gemeinsam haben, beispielsweise eine ähnliche Farbe, ein vergleichbares Muster oder ein anderes Element, das sich wiederholt. Ein buntes Sammelsurium kann ein kleinen Raum nämlich regelrecht erdrücken und für das Auge schnell viel zu unruhig wirken lassen.

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optisch größer wirken zu lassen

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