Tipps zur ersten eigenen Wohnung

Die wichtigsten Tipps zur ersten eigenen Wohnung 

Es gibt unterschiedliche Gründe für den Auszug aus dem elterlichen Nest. So kann es sein, dass ein Ausbildungs- oder Arbeitsplatz ruft, ein Studium aufgenommen wird,  das liebgewonnene Kinderzimmer zu klein geworden ist oder es schlichtweg Zeit wird, sich endlich abzunabeln und den Schritt in die Unabhängigkeit zu wagen.

Die erste eigene Wohnung ist ein wichtiger Schritt beim Erwachsenwerden, gleichzeitig aber auch eine spannende und mitunter große Herausforderung. 

Schließlich gilt es nun, die Verantwortung für seinen Haushalt selbst zu übernehmen und diese beginnt beim Putzen, Wäschewaschen und Kochen und endet beim Bezahlen der Miete und der übrigen Rechnungen. Rund um den geplanten Umzug wollen aber einige Dinge bedacht und erledigt werden. 

Damit dieser wichtige und aufregende Schritt ohne größere Schwierigkeiten klappt, hier die wichtigsten Tipps zur ersten eigenen Wohnung in der Übersicht:

Der Finanzplan

Die erste Frage, die sich auf dem Weg in die erste eigene Wohnung stellt, ist die Frage nach den Finanzen. Anders als bisher muss das eigene Budget ab jetzt nämlich ausreichen, um alle Kosten zu decken. Bevor die Suche nach einer Wohnung beginnt, ist es also sinnvoll, zunächst einmal zu ermitteln, wie viel die Wohnung samt Nebenkosten überhaupt kosten darf.

Dazu wird ausgerechnet, wie hoch das monatliche Budget ist und von diesem Budget werden alle Ausgaben abgezogen. Das Monatsbudget umfasst das Arbeiteinkommen und weitere regelmäßige Einnahmen, beispielsweise Geld, das die Eltern beisteuern. Zu den Ausgaben gehören zum Beispiel die Kosten für Lebensmittel und Kleidung, für Telefon und Internet, für Freizeitaktivitäten, für Versicherungen, für das Auto oder die Fahrkarte und weitere regelmäßige Ausgaben.

Außerdem sollte immer ein Puffer eingeplant werden, falls unvorhergesehene Kosten anfallen. Der Betrag, der nun noch übrig ist, kann grundsätzlich für die Wohnung verwendet werden. Dabei gilt aber zu bedenken, dass nicht nur die Miete selbst fällig wird, sondern auch Neben- und Zusatzkosten. Zu diesen gehören beispielsweise Heizung, Wasser, Strom, der Kabelanschluss, die GEZ, ein Stellplatz und die Kaution.

Allgemein gilt übrigens die Faustregel, dass die Monatsmiete inklusive der Nebenkosten nicht mehr als ein Drittel der monatlichen Einnahmen betragen sollte und in der Praxis hat sich diese Faustregel tatsächlich auch bewährt. 

Die Wohnungssuche

Steht fest, in welcher Preisklasse sich die Wohnung bewegen darf, kann die Wohnungssuche beginnen. Unbedingt empfehlenswert dabei ist, vorab zu überlegen, was die Wohnung unbedingt haben muss, was angenehm wäre und worauf auch verzichtet werden kann. Dadurch können nämlich bereits im Vorfeld viele Wohnungen aussortiert werden, was wiederum Kosten und Zeit spart. Allerdings ist auch ein wenig Kompromissbereitschaft gefragt.

Es gelingt nur in den seltensten Fällen, eine Wohnung zu finden, die hundertprozentig mit den eigenen Wünschen und Vorstellungen übereinstimmt und dann auch noch bezahlbar ist. Hierbei hilft es, im Hinterkopf zu behalten, dass nach der ersten eigenen Wohnung gesucht wird. Kaum jemand wohnt bis an sein Lebensende in seiner ersten Wohnung, so dass nicht alles gleich perfekt sein muss. Sehr wichtig ist außerdem, genügend Zeit für die Wohnungssuche einzuplanen.

Als Faustregel gilt hier, dass spätestens zwei Monate vor dem geplanten Umzug mit der Wohnungssuche begonnen werden sollte, in Großstädten und Studentenstädten mit knappem Wohnraum sogar noch deutlich früher.  

Die Renovierung

Vor allem Wohnungen im unteren Preissegment werden mitunter nicht renoviert übergeben. Bevor die Wohnung bezogen werden kann, müssen also erst noch die einen oder anderen Arbeiten durchgeführt werden. In anderen Wohnungen hingegen müssen nur noch die Wände gestrichen werden, alles andere ist bereits fertig.

Für die Renovierungsarbeiten sollte auf jeden Fall genügend Zeit eingeplant werden. Vor allem bei umfangreicheren Maßnahmen lohnt sich dabei oft auch ein Gespräch mit dem Vermieter. Sehr häufig kann nämlich schon vor Beginn des Mietvertrages ein bestimmter Zeitraum vereinbart werden, in dem die Wohnung renoviert werden kann. Manche Vermieter beteiligen sich außerdem an den Kosten, indem sie beispielsweise auf bis zu drei Kaltmieten verzichten.

Bei allen Renovierungsarbeiten gilt aber, dass diese vorab mit dem Vermieter abgesprochen sein müssen.  

Die Einrichtung

Viele sind der Meinung, dass auch die erste eigene Wohnung von Anfang an perfekt und vollständig eingerichtet sein muss. Dies ist aber schlichtweg falsch und zudem ist es eine denkbar schlechte Lösung, das gesamte Geld für Möbel auszugeben oder das Leben auf eigenen Beinen direkt mit Schulden zu beginnen.

Sehr viel sinnvoller ist, zunächst einmal den Umgang mit dem eigenen Budget zu lernen und die Einrichtung nach und nach zu vervollständigen. Meist können von zu Hause einige Möbelstücke und Haushaltsgegenstände mitgenommen werden und auch viele Verwandte und Bekannte können sicher das eine oder andere Teil beisteuern.

In Tageszeitungen und im Internet lassen sich mitunter sehr günstige Gebrauchtmöbel finden und teilweise können beispielsweise die Küche oder Einbauschränke gegen eine Abstandszahlung vom Vormieter übernommen werden. Sollen es doch neue Möbel sein, sind Preisvergleiche unbedingt zu empfehlen. 

Der Umzug

Ist alles soweit vorbereitet, kann der eigentliche Umzug geplant werden. Da der Hausstand beim Umzug in die erste eigene Wohnung in aller Regel noch recht überschaubar ist, sind eine Spedition oder eine professionelle Umzugsfirma normalerweise nicht nötig. Zudem ist ein selbstorganisierter Umzug natürlich deutlich kostengünstiger.

Bei der Organisation müssen zunächst ausreichend Helfer eingeplant werden. Allerdings sollte die Anzahl der Helfer auch zu dem Umzug passen, denn wer lediglich mit einem Schrank, einem Bett, zwei Koffern voll Kleidung und einer Kiste Geschirr umzieht, braucht sicherlich keine zehn Helfer. Das Fahrzeug für den Transport sollte so groß sein, dass alle Sachen hineinpassen, also nur eine Fahrt erforderlich ist. Dies gilt vor allem dann, wenn es sich um ein Leihfahrzeug handelt.

Außerdem dürfen wichtige Hilfsmittel wie Handschuhe und Spanngurte sowie die Verpflegung für die Helfer nicht vergessen werden. 

Die Formalitäten

Ist der Umzug geschafft, müssen noch einige wenige Formalitäten erledigt werden. Hierzu gehört die An- oder Ummeldung des neuen Wohnsitzes. Zuständig hierfür ist das Einwohnermeldeamt der Stadt, in der sich die neue Wohnung befindet.

Um den neuen Wohnsitz an- oder umzumelden, wird ein entsprechendes Formular ausgefüllt. Um die Identität zu bestätigen, muss der Personalausweis oder der Reisepass vorgelegt werden, wobei teilweise auch gleich die Adresse auf dem Personalausweis korrigiert werden kann.

Der Unterschied zwischen einer An- und einer Ummeldung besteht übrigens darin, dass die Anmeldung dann erfolgt, wenn der alte und der neue Wohnsitz in zwei verschiedenen Städten liegen. Eine Ummeldung hingegen wird bei einem Umzug innerhalb einer Stadt vorgenommen.

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