Infos zum neuen Label für Heizungen

Infos zum neuen Label für Heizungen

Seit Ende September 2015 ist auf vielen neuen Heizungen ein Energielabel zu finden. Auf dem Label, das in ähnlicher Form auf Haushaltsgeräten üblich ist, ist der Heizungsanlage eine Effizienzklasse zugeordnet.

Dabei umfasst die Skala die Effizienzklassen A++ bis G, die mit farbigen Balken von Dunkelgrün über Gelb bis Rot unterlegt sind. Im Unterschied zum Label auf beispielsweise einem Kühlschrank oder einer Waschmaschine macht das Label auf Heizungsanlagen eine Kaufentscheidung aber nicht unbedingt leichter.

Die Verbrauchskosten lassen sich dadurch nämlich nicht abschätzen und auch bei Vergleichen zwischen Heizungsanlagen hilft das Label nicht weiter. Hinzu kommt, dass das Label nicht berücksichtigen kann, welche Bedingungen am Einbauort gegeben sind.

Gerade sie sind mit Blick auf die Effizienz im Betrieb aber sehr wichtig. Was also bringt das Label überhaupt?

 

Hier die wichtigsten Infos zum neuen Label
für Heizungen in der Übersicht:

 

Welche Heizungen werden mit dem neuen Label gekennzeichnet?

Das Heizungslabel ist auf Warmwasserheizungen zu finden. Warmwasserheizungen sind Heizungsanlagen, bei denen die Wärmeverteilung durch erhitztes Wasser in einem Rohrleitungssystem erfolgt.

Außerdem bekommen Gas- und Ölheizungen sowie Heizungssysteme, die wie beispielsweise Wärmepumpen mit Strom betrieben werden, ein Label. Holzheizungen und Heizungssysteme mit einer Leistung über 70 Kilowatt hingegen sind von der Labelkennzeichnung ausgenommen.

Auch Warmwasserbereiter erhalten das neue Label, wobei die gleichen Betriebssysteme berücksichtigt werden wie bei den Heizungen. Elektrische Durchlauferhitzer, Warmwasserspeicher bis 500 Liter Inhalt und Kombigeräte für Heizung und Warmwasser werden ebenfalls mit einem Label versehen.

Solarthermieanlagen als solches bekommen kein Label, fließen aber in die Einstufung der gesamten Heizungsanlage ein.

Generell gilt außerdem, dass das neue Heizungslabel nur auf Geräten zu finden ist, die ab dem 26. September in den Handel gekommen oder an Kunden ausgeliefert wurden.

 

Welche Informationen enthält das Heizungslabel?

Heizungslabel für Einzelgeräte sind standardmäßig wie folgt aufgebaut:

  • Ganz oben ist die EU-Flagge und das Wort „Energie“ in mehreren Sprachen zu sehen. Darunter sind der Name des Herstellers und die Modellbezeichnung aufgeführt.
  • Im mittleren Bereich bezeichnet ein Piktogramm die Art des Geräts. Außerdem ist hier die farbige Skala mit den Effizienzklassen abgebildet und die Einstufung des Geräts in eine der Effizienzklassen angegeben. A++ steht dabei für sehr gut, G für sehr schlecht.
  • Im unteren Bereich folgen schließlich noch die Angaben des Schallleistungspegels in Dezibel (dB) und die Wärmenennleistung in Kilowatt (kW).

 

Die entscheidende Information ist die Angabe der Effizienzklasse. Die Idee hinter dem Label ist auch, die Energieeffizienz der Heizung aufzuzeigen. Dabei ist die Einordnung umso besser, je weniger Energie benötigt wird, um eine bestimmte Wärmemenge zu produzieren. Allein die Angabe der Effizienzklasse reicht für eine Beurteilung des Geräts aber nicht aus.

Neben den Labeln für Einzelgeräte gibt es auch Label für Heizungsanlagen, die sich aus mehreren Einzelgeräten zusammensetzen. Dadurch wird es zum einen möglich, eine Gesamteinstufung für die Heizung und die Warmwasserbereitung vorzunehmen. Zum anderen können Kombinationen mit Solarthermie, Warmwasserspeichern, bestimmten Steuerungen oder zusätzlichen Wärmeerzeugern berücksichtigt werden.

Welche Gerätekombinationen in die Bewertung eingeflossen sind, wird durch angekreuzte Kästchen neben den jeweiligen Piktogrammen angezeigt. Handelt es sich um ein System, bei dem alle Komponenten von einem Hersteller stammen, kennzeichnet der Hersteller die Anlage mit dem entsprechenden Kombinationslabel.

Handelt es sich um Komponenten verschiedener Hersteller, erstellt der Fachbetrieb, der die Heizungsanlage verkauft, das Label für das System.

Was sind die Kritikpunkte am neuen Heizungslabel?

Ein Schwachpunkt des neuen Heizungslabels besteht darin, dass Anlagen miteinander verglichen werden, die unterschiedliche Energieträger nutzen. Die Kosten für eine Energieeinheit sind bei Öl, Gas und Strom aber verschieden. Deshalb lässt sich aus der Effizienzklasse nicht ablesen, welches Gerät im Betrieb die niedrigsten Kosten verursacht.

So kann es beispielsweise gut sein, dass eine Wärmepumpe zwar mit der Energieeffizienzklasse A++ gekennzeichnet ist, durch den Stromverbrauch aber letztlich zu höheren Kosten führt als ein Brennwertkessel mit Effizienzklasse A, der mit Gas betrieben wird.

Ein weiterer Minuspunkt ergibt sich daraus, dass die Effizienz eines Geräts oder eines Heizungssystems unter Prüfbedingungen in den seltensten Fällen mit der Effizienz im tatsächlichen Betrieb übereinstimmt.

Der Grund hierfür ist ganz einfach der, dass die Einbausituation einen erheblichen Einfluss auf die Effizienz im Betrieb hat. Ein einheitliches Label kann die Gegebenheiten vor Ort und im Einzelfall aber selbstverständlich nicht berücksichtigen.

Der dritte Kritikpunkt bezieht sich darauf, dass faktisch nur die Effizienzklassen A++ bis B überhaupt eine Rolle spielen. Heizungen mit einer schlechteren Einstufung gibt es nicht. Dies führt zu sehr groben Abstufungen, die letztlich von den verwendeten Technologien abhängen.

So wird Wärmepumpen beispielsweise die Energieklasse A+ oder A++ zugeordnet, während Brennwertkessel, die mit Gas oder Öl betrieben werden, durchgängig in die Effizienzklasse A eingestuft werden. Da neben der Effizienzklasse aber keine anderen Detailangaben vorgesehen sind, eignet sich das Label nicht, um beispielsweise zwei Gas-Brennwertkessel miteinander zu vergleichen.

 

Wie hilfreich ist das neue Label für Heizungen?

Das neue Heizungslabel kann erste Anhaltspunkte liefern, eine fachmännische Beratung aber keinesfalls ersetzen. Es reicht auch nicht aus, um die energetischen Eigenschaften einer Heizung abschließend zu beurteilen.

Entschließt sich der Hauseigentümer oder der Vermieter zum Kauf einer neuen Heizungsanlage, erfolgt dies aber in aller Regel bei einem Fachbetrieb. Damit ist ein kompetenter Ansprechpartner vorhanden. Ansonsten besteht die Möglichkeit, sich an eine unabhängige Energieberatung zu wenden, beispielsweise durch die örtliche Verbraucherzentrale.

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