Richtig lüften – Infos und Tipps

Richtig lüften – Infos und Tipps

Die Wohnräume regelmäßig und vor allem richtig durchzulüften, ist nicht nur für eine gute Luft und einen angenehmen Geruch in den Räumen wichtig. Stattdessen beugt richtiges Lüften auch Schäden an der Bausubstanz vor und wirkt der Bildung von Schimmelpilzen entgegen.

Letzte wiederum sind häufig die Ursache für Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern. Allerdings ist das mit dem Lüften so eine Sache. Zu häufiges und zu langes Lüften kann nämlich genauso schädlich sein wie zu wenig Lüften.

Um das richtige Maß zu finden, müssen die Witterungsbedingungen, die baulichen Verhältnisse und die Gegebenheiten in den Räumen berücksichtigt werden. Doch was heißt das für die Praxis?

Der folgende Beitrag gibt Infos und Tipps für richtiges Lüften:

 

Das optimale Raumklima

Sowohl für das Gebäude als auch für seine Bewohner ist ein Raumklima mit Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit um die 50 Prozent optimal. Ist die Luftfeuchtigkeit deutlich höher, begünstigt das feuchte Raumklima die Schimmelbildung.

Liegt die Luftfeuchtigkeit hingegen regelmäßig unter 30 Prozent, ist die Luft sehr trocken und kann beispielsweise gereizte Schleimhäute verursachen. Wichtig bei der relativen Luftfeuchte ist aber immer, den baulichen Zustand zu berücksichtigen.

So wird es wahrscheinlich kein Problem sein, wenn die Luftfeuchtigkeit in einem Gebäude mit einer guten Dämmung kurzzeitig die 70-Prozent-Marke erreicht. Im Unterschied dazu kann eine relative Luftfeuchtigkeit von mehr als 40 Prozent einem schlecht gedämmten Gebäude schon zu schaffen machen.

 

Lüften für die Frischluftzufuhr

Wenn Lebewesen atmen, verbrauchen sie Sauerstoff und wandeln diesen in Kohlendioxid um. Wirkt die Luft in einem Zimmer abgestanden, ist eine erhöhte Kohlendioxidkonzentration oft die Ursache dafür.

Weitere Ausdünstungen und Körpergerüche, aber auch Schadstoffe und Duftnoten, die Baumaterialien, Möbel und andere Gegenstände in einem Raum abgeben, können sich in der Luft ansammeln. Schlechte Luft und ein unangenehmer, miefiger Geruch sind die Folge. Abhilfe schafft ein kurzes Stoßlüften oder kurzzeitiger Durchzug. Dadurch verschwindet der schlechte Geruch und gleichzeitig kommt die notwendige Frischluft in den Raum.

 

Lüften gegen Feuchtigkeit

In einem Haushalt mit vier Personen entstehen jeden Tag zwischen sechs und zwölf Liter Wasser, die an die Luft abgegeben werden. An den kühleren Oberflächen in der Wohnung kann sich diese Feuchtigkeit niederschlagen und dadurch ideale Bedingungen für Schimmel schaffen.

Wichtig ist deshalb, die Luftfeuchtigkeit regelmäßig aus dem Raum zu befördern. Dafür sollten die Fenster drei- bis viermal pro Tag weit geöffnet werden, damit ein schneller Austausch der Raumluft gewährleistet ist.

Dabei ist das Lüften vor allem dann sehr wichtig, wenn größere Mengen an Wasserdampf entstanden sind, also beispielsweise nach dem Duschen oder Baden oder beim Kochen.

 

Passend zu den Witterungsbedingungen lüften

Durch das Lüften wird die warme und feuchte Luft im Zimmer gegen die kühlere und trockene Außenluft ausgetauscht. Wenn sich die frische Luft im Raum dann erwärmt hat, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit und die Raumluft kann erneut Luftfeuchtigkeit aufnehmen.

Um das optimale Verhältnis zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu bestimmen und den richtigen Moment für das Lüften zu finden, erweist sich ein Thermo-Hygrometer als ideales Hilfsmittel. In einer einfachen Ausführung ist ein solches Messgerät schon für wenige Euro zu haben.

Als Faustregel gilt, dass die relative Luftfeuchtigkeit in der kalten Jahreszeit möglichst nicht oder nur kurzzeitig über 50 Prozent klettern sollte. In Gebäuden mit schlechter Dämmung sollte die 40-Prozent-Marke besser nicht überschritten werden.

Was die Lüftungsdauer angeht, so reichen im Winter drei bis fünf Minuten aus, um die Raumluft gegen Frischluft auszutauschen. Gleiches gilt bei kräftigem Wind. Dabei bietet sich eine Stoß- oder Durchzuglüftung mit weit geöffneten Fenstern an. Die Fenster über einen längeren Zeitraum gekippt zu lassen, ist hingegen nicht ratsam.

Denn die Raumluft tauscht sich nur langsam aus, während gleichzeitig viel kostbare Heizenergie verloren geht. Hinzu kommt, dass die Wände in Fensternähe stark auskühlen, was die Bildung von Kondenswasser und Schimmel begünstigen kann. In der warmen Jahreszeit dürfen die Fenster ruhig länger offen stehen.

Da die Temperaturunterschiede zwischen der Raum- und der Außenluft nicht so groß sind wie im Winter, dauert es bei warmer Witterung zwischen 15 und 25 Minuten, bis die Luft einmal komplett ausgetauscht ist.

 

Richtig lüften – die wichtigsten Tipps auf einen Blick

  • Ideal ist, wenn die Raumluft drei- bis viermal pro Tag ausgetauscht wird. Dazu sollten die Fenster weit geöffnet werden. Noch besser als eine solche Stoßlüftung ist ein kurzzeitiger Durchzug. Dabei sollte pro Durchgang im Winter höchstens fünf Minuten, bei warmen Temperaturen mindestens fünf Minuten lang gelüftet werden.

 

  • Ist es nicht möglich, über den Tag verteilt zu lüften, beispielsweise weil die Bewohner nicht zu Hause sind, sollten die Räume wenigstens morgens und abends ordentlich durchgelüftet werden.

 

  • Nach dem Duschen, Baden, Kochen oder anderen Tätigkeiten, bei denen sich viel Wasserdampf bildet, sollte die entstandene Feuchtigkeit möglichst sofort nach draußen abgeleitet werden, damit sie sich nicht an kühlen Oberflächen niederschlägt oder in andere Räume gelangt.

 

  • Spätestens wenn die Fenster, die Spiegel und andere glatte Oberflächen beschlagen sind, muss gelüftet werden. Gleiches gilt, wenn die Raumluft abgestanden wirkt oder unangenehm riecht.

 

  • Kellerräume sollten im Sommer nur morgens oder abends durchgelüftet werden. Wird tagsüber gelüftet, kann sich die warme Außenluft an den kühlen Wänden niederschlagen. Das Kondenswasser, das daraufhin entsteht, kann zu Schimmel führen.

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