Faktencheck zu Klimageräten

Faktencheck zu Klimageräten

Wenn es draußen sehr heiß ist, ist eine kühle Wohnung eine echte Wohltat. Allerdings bietet längst nicht jede Wohnung einen oder mehrere Räume, die sich nicht aufheizen. Helfen weder Verschattung noch Querlüften dabei, die Raumtemperaturen auf ein angenehmes Level zu senken, versprechen Klimageräte eine wirksame Lösung.

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Faktencheck zu Klimageräten

Doch das Kühlen mit Klimageräten ist aus mehreren Gründen umstritten. Ein hoher Stromverbrauch, umweltschädliche Kühlmittel, die Lautstärke oder problematische Auswirkungen auf die Gesundheit sind gängige Kritikpunkte. Aber wie berechtigt sind die Vorwürfe?

Wir machen einen Faktencheck zu Klimageräten!

Klimageräte sind wahre Stromfresser.

Es ist richtig, dass Klimageräte zum Kühlen Strom brauchen. Wie hoch der Stromverbrauch ist, hängt von der Art des Geräts ab. Dabei wird bei Klimageräten grundsätzlich zwischen Monoblocks und Splitgeräten unterschieden.

Ein Monoblock steht im Raum und leitet seine Abluft über einen Schlauch ins Freie, während ein Splitgerät aus einer Innen- und einer Außeneinheit besteht.

Monoblocks haben eine wesentlich schlechtere Bilanz als Splitgeräte. Denn sie brauchen mehr Zeit und mehr Leistung, um einen gleichgroßen Raum auf die gleiche Temperatur herunterzukühlen.

Ein Test der Stiftung Warentest vom Juni 2021 hat ergeben, dass Monoblocks bis zu 80 Minuten lang laufen müssen, um die Raumtemperatur von 35 Grad auf 24 Grad zu senken. Splitgeräte schaffen das in etwa zehn Minuten.

Die Betriebsdauer wirkt sich natürlich auf den Stromverbrauch aus. Sinnvoll ist deshalb, das Klimagerät nur dann einzuschalten, wenn es wirklich notwendig ist. Und oft genügt es, das Gerät nur kurzzeitig zu betreiben, um zum Beispiel vor dem Schlafengehen eine angenehme Temperatur im Zimmer zu erzeugen.

Klimageräte verwenden umweltschädliche Kühlmittel.

Für die Kühlung arbeiten Klimageräte immer mit einem Kältemittel. Das bekannte Kühlmittel FCKW ist inzwischen nicht mehr im Einsatz. Bei Monoblocks erfolgt die Kühlung oft durch Propan (R290). Propan ist zwar nicht ganz so schädlich wie FCKW, sollte aber trotzdem nicht in die Umwelt gelangen.

Splitgeräte setzen meist Difluormethan (R32) ein. Weil dieses Kühlmittel bedenklicher ist als Propan, sollten Splitgeräte grundsätzlich von einem Fachbetrieb installiert und regelmäßig gewartet werden.

Ein Austritt des Gases schadet dem Klima etwa 375-mal mehr als dieselbe Menge CO2. Ratsam ist, sich beim Kauf eines Klimagerätes zu erkundigen, welches Kühlmittel es nutzt, und sich für ein Modell mit einem möglichst wenig bedenklichem Gas zu entscheiden.

Klimageräte verursachen Lärm.

Sind Klimageräte im Betrieb, erzeugen sie ein ständiges Geräusch. Bei Monoblocks ist dieses Geräusch im Raum zu hören. Splitgeräte hingegen verursachen an der Außeneinheit eine höhere Lautstärke.

Die Schallübertragung führt dazu, dass das Betriebsgeräusch im Nachbargebäude oft lauter zu hören ist als in der eigenen Wohnung.

Läuft ein Klimagerät auf vollen Touren, kann die Lautstärke bis zu 60 Dezibel betragen. Das entspricht ungefähr dem Pegel eines normalen Gesprächs. Beim Kauf ist daher ratsam, zu einem leiseren Gerät zu greifen. Komplett lautlos sind Klimageräte aber nur, wenn sie ausgeschaltet sind.

Klimageräte verteilen Keime.

Ob ein Klimagerät zur Keimschleuder wird, hängt stark von der Reinigung und der Wartung ab. Werden die Lüftungsschlitze und Filter nicht gesäubert, können sich tatsächlich Keime und Bakterien ansiedeln.

Andersherum sind Klimageräte aber in der Lage, Staub, Pollen und andere Erreger aus der Luft zu filtern. Damit haben sie sogar einen positiven Effekt auf die Luft im Wohnraum.

Und für einen reibungslosen Betrieb ist ohnehin wichtig, dass die Filter und Lüftungsschlitze regelmäßig gereinigt und die Geräte in den vorgesehenen Intervallen gewartet werden. Geschieht das, ist die Sorge vor einer Keimschleuder in der Wohnung unbegründet.

Klimageräte führen zu Erkältungen.

Oft ist davon die Rede, dass sich Personen, die sich in klimatisierten Räumen aufhalten, leichter erkälten. Allerdings hat das weniger mit den Klimageräten und Klimaanlagen zu tun, sondern in erster Linie mit der Raumtemperatur, die eingestellt ist.

Experten raten dazu, die Temperatur im Raum höchstens sechs Grad niedriger einzustellen als die Außentemperatur.

Außerdem sollte die Raumtemperatur an extrem heißen Tagen nicht auf unter 26 Grad abgesenkt werden. Bleiben die Temperaturunterschiede in diesem Rahmen, ist das Immunsystem nicht so stark gefordert, dass eine Erkältung droht.

Ein Ventilator ist die bessere Lösung.

Ein Klimagerät wirkt nur der Wärme im Raum entgegen. Die Ursache wie eine fehlende Dämmung oder Verschattung bleibt bestehen. Erschwerend kommt dazu, dass ein Klimagerät im Betrieb zusätzliche Wärme produziert. Bei einem Monoblock führt das zu einer direkten Auswirkung im Raum.

Denn der Abluftschlauch transportiert die Wärme zwar nach draußen, strahlt die Wärme im Raum aber noch ab. Oft gelangt die warme Luft von draußen zudem über die Öffnung des Schlauchs nach innen. So entsteht ein immerwährender Kreislauf, der aus ökologischer Sicht klar gegen Klimageräte spricht.

Ein anderer Aspekt ist, dass die Anschaffung, der Stromverbrauch und die notwendigen Wartungen Kostenfaktoren sind, die je nach Modell sehr hoch ausfallen können. Die meisten Klimageräte schneiden dadurch beim Kosten-Nutzen-Verhältnis sehr schlecht ab.

Gelingt es nicht, die Wärme durch Dämmung, Verschattung oder Lüften aus dem Raum zu drängen, ist nach Ansicht von Experten ein Ventilator die bessere Wahl. Ein Ventilator kühlt die Raumtemperatur zwar nicht herunter. Allerdings erzeugt er Luftwirbel, die das Raumklima bei Sommerhitze angenehmer machen.

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Robert Kaminski, 46 Jahre, Rechtsanwalt Mietrecht, Bernd Schuster, 51 Jahre, Geschäftsführer einer Hausverwaltung, Marion Sachmann, 38 Jahre, Immobilienmaklerin und Tobias Bechtel, 39 Jahre Bauunternehmer, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Immobilien, Vermietung, Mietrecht und Wohnungssuche.

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